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St. Brigida.Chronik

Der letzte Pächter des der Stadt gehörenden Lerchenhofes verließ 1926 den Hof. Zu diesem Zeitpunkt kam in der Pfarrgemeinde der Wunsch auf, Wohngebäude und Stallungen zu Wohlfahrtszwecken zu verwenden. Gleichzeitig versuchten bei der herrschenden Wohnungsnot, Wohnungssuchende die Räume zu erhalten.

Am 16. Januar 1926 fand ein Gespräch über die Einrichtung eines Schwesternhauses im Lerchenhof, für soziale und caritative Aufgaben statt. Dieses Gespräch blieb ohne Ergebnis.

Pfarrer Hubert Nathan lud Ostern 1926, am 12. April, die Gemeinde in den Saal Schüller ein. Es lag eine Anfrage der Stadt Köln vor, zur Pachtung des Lerchenhofes, die dort verhandelt wurde.

Am 22. August 1927 fand eine Generalversammlung statt, auf der sich der St. Brigida Verein konstituierte. Er gab sich eine Satzung, auf der die zukünftige Arbeit der Schwestern und des Vereins basieren konnte.

Da bis 22.08.1927 alle Überlegungen und Korrespondenz unter verantwortlicher Leitung des Kirchenvorstandes waren, tritt nunmehr der St. Brigida Verein als Verhandlungspartner auf.

Der Beschluss den Brigida Verein zu gründen wurde von den Gründungsmitgliedern

Pfarrer Hubert Nathan als 1. Vorsitzender
Peter Gütgemann als 2. Vorsitzender
Christian Bernards als Kassierer
Matthias Knaab als Schriftführer,
als Beisitzer die Herren: Dr. Strücker, Herr Dung, Johann Rossbach und Johann Bedorf

einstimmig gefasst.

Für die Betreuung im St. Brigidaheim, hat Herr Pfarrer Nathan 37 Klöster und Kongregationen angeschrieben. Die Zusage erhielt er von den Pallottinerinnen in Limburg. In den Verhandlungen mit der Stadt Köln wurde ein Mietvertrag abgeschlossen. Unter der ehrenamtlichen Leitung des Stadtbaumeisters Herrn Schmitt, begannen im August 1927 die Umbauarbeiten des Lerchenhofes zum St. Brigidaheim.

Am 24. November 1927 berichtete der Kölner Lokal Anzeiger folgendes:
„Einzug der Schwestern in Bocklemünd.
Der städtische Lerchenhof in Bocklemünd, der für landwirtschaftliche Zwecke nicht mehr benötigt wird und früher etwa 100 Jahre im Besitze der Familie Finger war, ist in den letzten Monaten für die Aufgaben eines Schwesternheimes umgewandelt worden. Nächsten Sonntag findet die Einweihung des Heims statt, dass nunmehr St. Brigda Heim genannt wird. Es dient zur Aufnahme von sechs Pensionärinnen und eines Kindergartens; die Ortskranken werden von dort aus betreut und die schulentlassenen Mädchen in Lehrkursen fortgebildet werden. Ordensschwestern aus dem Mutterhause der Palottinerinnen in Limburg a. d. Lahn sind mit der Leitung beauftragt. Juristischer Träger des neuen Unternehmens ist der neu gegründete St. Brigida Verein.“

Im Dezember 1927 wurde der Kindergarten für 40 Kinder eröffnet. Außerdem bestand nunmehr die Möglichkeit praktische Lehrkurse abzuhalten und eine ambulante Krankenpflege in der Gemeinde einzurichten.

1928 wurde der ehemalige Kuhstall vom Kindergarten ausgebaut und in dem Hauptgebäude wurde eine Hauskapelle eingerichtet.

Im Jahre 1929 erfolgte eine nochmalige Erweiterung des Kindergartens und eine Hauskapelle mit Altar und Tabernakel wurde eingerichtet. Durch die kirchliche Benediktion konnte die ständige Aufbewahrung des Allerheiligsten ab dem 16. Mai 1929 erfolgen. Am gleichen Tag wurde in der Kapelle die heilige Messe gefeiert.

Am 2. August 1941 Wurde der Kindergarten von der Partei geschlossen und am 08.08. als NSV Kindergarten wieder eröffnet. Da das St. Brigidaheim vor allem soziale und caritative Aufgaben wahrnahm, blieb es weitgehend von Beeinträchtigungen der Nationalsozialisten verschont.

Erst am 26.06.1945 kann der Kindergarten wieder unter der Leitung der Schwestern eröffnet werden.

Am 11.04.1948 wurde auf der Vorstandssitzung beschlossen, das bisher angemietete Grundstück mit den Gebäuden anzukaufen. Die Größe des Grundstücks betrug 7.269 qm. Pfarrer an St. Johannes v. D. Lat. Tore war von 1949 bis 1959 Pfarrer Alois Grüning. Er war somit Vorsitzender des St. Brigida Vereins.

Von 1959 bis 1989 war Pfarrer Adolf Spross Pfarrer an St. Johannes und somit Vorsitzender des St. Brigida Vereins.

Fast 40 Jahre, von 1927 bis 1963 haben Pallottinerinnen aus Limburg die Betreuung der alten und kranken Menschen ausgeübt.

Nachdem sich die Pallottinerinnen 1963 wegen Nachwuchssorgen zurückzogen, gelang es durch Herrn Caritasdirektor Dr. Joseph Coenen und Herrn Prälat Jakob Schlafke spanische Schwestern von der Liebe Gottes aus Zamora nach Bocklemünd zu bekommen. Diese Schwestern sind bis zum heutigen Tage in der Einrichtung tätig. Nachdem die Pfarre St. Johannes v. d. Lat. Tore 1966 das neue Jugendzentrum bestehend aus Kindertagesstätte, Jugendheim und Dienstwohnung für Erzieherinnen in Betrieb genommen hatte, wurde in der Gemeinde, vor allem bei den Verantwortlichen der Wunsch laut, ein neues Haus zu bauen. Die bisherige Einrichtung entsprach in keiner Weise mehr den Anforderungen der Zeit. Unter langwierigen Bemühungen wurden die Planungsarbeiten und Bauleitung Herrn Architekt Wichterich übertragen. Die Finanzierung war sichergestellt.

Am 01.02.1973 konnte dann Herr Alterzbischof Kardinal Joseph Frings das neue Haus einweihen. In diesem Bau befanden sich auf 5 Etagen 105 Einzelzimmer, 39 Zwei- und Dreibettzimmer (also insgesamt 144 Betten), Kapelle, Dachterrasse, Festsaal, Großküche und Waschküche (im Keller) und sonstige technische Einrichtungen.

Am 18.12.1976 wurde der erste Heimbeirat gewählt. Dieser nimmt die Interessen der Heimbewohner wahr.

1989 tritt Pfarrer Wilhelm Löhers als Pfarrer an St. Johannes v. d. Lat. Tore sein Amt an. Er ist gleichzeitig Vorsitzender des St. Brigida Vereins. In seine Amtszeit fällt die Errichtung des Erweiterungsbaus im Jahre 1993. Nunmehr konnten 184 Senioren in der Einrichtung wohnen und leben. Eine altersgerechte Kapelle, Café, Friseur, Fußpflege sowie eine therapeutische Abteilung wurden im Erweiterungsbau eingerichtet.

Das St. Brigida Alten- und Pflegeheim verfügt nun über 104 Einzelzimmer und 38 Doppelzimmer.

In der Mitgliederversammlung am 25.08.2004 wurde beschlossen, den St. Brigida Verein e.V. in eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung umzuwandeln. Die St. Brigida Seniorenzentrum GmbH ist am 29.09.2004 in das Handelsregister eingetragen worden. Gesellschafter der GmbH sind als neuer Träger die Pfarre St. Johannes v. d. Lat. Tore und der neu errichtete St. Brigida Förderverein e.V. zu je 50 %. Der Aufsichtsrat der Gesellschaft besteht aus 6 Mitgliedern, von denen 3 Mitglieder aus dem Förderverein und 3 weitere Mitglieder aus der Kirchengemeinde gewählt wurden.

Informationen zur heiligen Brigida von Kildare

453 in Irland als nicht eheliches Kind des Königs Dubtachs und einer Sklavin geboren.
Sie wuchs auf einem Bauerhof auf und wurde mit 14 Jahren Ordensschwester. Später gründete sie das Kloster Kildare, wo sie am 01.02.523 starb. Es wird von zahlreichen Wundern Brigidas berichtet, z.B. Vermehrungen von Speisen, der Wandlung von Wasser in Milch bzw. Bier oder der Entstehung einer Quelle. Sie ist die Patronin der Bauern, des Viehs, der Land- und Hauswirtschaft sowie der Wöchnerinnen und Neugeborenen und zählt neben Patrick und Kolumban zu den Nationalheiligen Irlands. Bestattet wurde sie zusammen mit diesen beiden im Dom von Downpatrick. Durch irische Mönche, die bei Groß St. Martin eine Brigidakirche bauten, kam die Verehrung der irischen Heiligen nach Köln.

1956 wurde eine Reliquie der hl. Brigida in die damals erbaute Pfarrkirche nach Bocklemünd gebracht. Dargestellt wird Brigida in der Regel als Äbtissin mit Stab und Regelbuch, wie bei den Statuen im Brigidapark sowie im Erdgeschoss auf dem Flur zur Kapelle.

 

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